schwanitzkunst-neutral

Stacheldraht ...

... ist von seinem Wesen her ein aggressives Material. Ausgrenzung, Abgrenzung, Eingrenzung stehen immer in Gegnerschaft zu allem Lebendigen. Diesem Thema widmet Schwanitz seine besondere Aufmerksamkeit.

Die ästhetische Anmutung dieser Bilder, die durch ihre grafisch spannenden Formen ihr wahres Wesen zu vertuschen suchen, steht im krassen Gegensatz zu dem, was sie wirklich zeigen und macht die Aggression umso schonungsloser deutlich. Schwanitz schlägt hier bewusst den Bogen zu seinen Kriegsbildern. Stacheldraht und Krieg haben seiner Meinung nach beide einen gemeinsamen geistigen Vater.

Büchse der Pandora ...

... ist aus mythologischer Sicht eine Allegorie auf die Vertreibung aus dem Paradies. Mit dem Verlust der Unschuld bekamen die Menschen ihre Unvollkommenheit in ganzer Härte zu spüren. Und das ertragen zu können, entwickelten sie kulturübergreifend Lebenslehren von Hoffnung und Trost. Doch die Wahrheit ist eine andere. Die Darstellung der Pandora-Büchse als geöffnete Konservendose ist für Schwanitz Sinnbild eines sich gnadenlos wiederholenden, geschichtlichen Vorgangs: Irgendwo findet sich immer irgendein Mensch bereit, das verhängnisvolle Gefäß aufs Neue zu öffnen. Die künstlerische Verarbeitung des Themas ist auch hier geprägt von einer grafisch reduzierten, gegenständlichen Darstellung, die der Komplexität ihrer inhaltlichen Bedeutung gegenübersteht.

 

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